September 2009 - Soha - Tourbillon
September 2009 - Tourbillon
Soha
In einem nördlichen Bezirk von Marseille erblickt sie das Licht der Welt und hat zu diesem Zeitpunkt genetisch schon jede Menge Nomadenblut mit auf den Weg bekommen. Ihre Eltern stammen von den Sahraui ab, jenem Volk der Westsahara, das seit den Herrschaftsansprüchen von Marokko in Flüchtlingslager getrieben wurde.
Von der Mutter lernt sie algerische Lieder, die älteren sieben Geschwister streuen ihre Vorlieben weit und beeinflussen sie mit Funk, Disco und Chanson.
Besonders das französische Liedgut tut es ihr an: Schon als Kind beginnt sie, Francis Cabrel und Charles Aznavour nachzusingen, kapriziert sich später jedoch eher auf Reggae.
Im Dancehall-Fach, mit den Idolen Tanya Stephens und Dennis Brown im Hinterkopf, sammelt sie auch erste Erfolge. Doch erst die dritte Station bringt ihr den Durchbruch: Sie entdeckt Jazzstimmen wie Sarah Vaughan und Billie Holiday und vertieft sich in die vorrevoultionäre Musik Kubas.
Das Debut „D’Ici Et D’Ailleurs“ vereint tatsächlich alle Facetten von Sohas Präferenzen: Federleichter Chanson mit Akkordeon wird geboten, melancholische kreolische Stimmungen wechseln mit HipHop-Anleihen und härteren Beats, die ihre Wurzeln im Dancehall nicht verstecken, auch Spuren von Bossa und Tango sind zu finden.
Sohas Stimme tänzelt manchmal mit dem Vibrato der Holiday, gibt sich dann wieder soulig, und dies zu Texten die auf Französisch, Englisch und Spanisch gedichtet sind.

